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Scalpel von Robitronic


Vor etlichen Jahren brachte die Fa. Robitronic ein Pan-Car im Maßstab 1:18 auf den Markt.

Diese auch "Brettle" genannten RC-Cars sind ursprünglich nur im Maßstab 1:12 gebaut worden, Robitronic kopierte mit identischer Technik das Ganze einfach kleiner und deutlich günstiger, und nannte den messerscharfen Winzling "Scalpel"

Pan-Cars sind Heckangetriebene Fahrzeuge ohne Einzelradaufhängung hinten, sind sehr kurz und Breit.

Das Kugeldiff sitzt einseitig direkt am sehr breiten Hinterrad.
Gefedert wird das ganze über das nicht ganz unempfindliche T-Bar, welches etliche Einstellmöglichkeiten bietet.
Spur und Sturz sind durch die die durchgehene Radachse nicht einstellbar, und logischerweise auf 0.

An der Vorderachse gibt´s verschiedene Federn, die Vorspannung, Einfederung und der Ausfederweg können eingestellt werden.
Die Spur ist hier einstellbar, der Sturz durch den fehlenden oberen Querlenker nicht.

Der Scalpel im Originalzustand wird, wie seine großen Brüder, mit nur 4 Zellen befeuert, als Motor dient hier ein 300er-Standardmotor.

Warum schreibe ich über dieses Fahrzeug?


Mein Arbeitgeber besitzt ein solches Fahrzeug, welches fahrfertig seit Jahren im Schrank lag - zu schade meinte ich und nahm das Gefährt leihweise mit nach Hause.

   
Der scharfe Bolide durfte mit nach Fellbach, wo vorerst absolute Ernüchterung einkehrte.
Der Akku nahm nichts mehr an, erst nach etlichen Versuchen lud er länger als 2 Minuten. So war irgendwann mal genug drin, um die ersten Gehversuche zu wagen.
Sehr schwach motorisiert und deutlich untersteuernd kam ich kaum im Kreis herum.

Ich reinigte die Vorderreifen mit Bremsenreiniger, was kaum Besserung brachte.

Aufgeben wollte ich nicht, bessere passende Reifen hatte ich aber nicht.
So kam mir die Idee, den "Felgenstern" einer Xray-Diskfelge herauszutrennen, so daß ich nur noch einen Ring mit dem aufgeklebten Moosgummi hatte.
Von der Originalfelge löste ich den ausgehärteten Vorderreifen, und schob den Xray-Felgenring saugend über die Scalpelfelge. Das passte genau.

Ein neuer Fahrversuch ergab wieder Ernüchterung, diesmal übersteuerte der Kleine gnadenlos. Selbst mit 50% Lenkausschalg konnte man nicht einlenken, ohne dass der Hintern kam.
Da die Reifen an der Hinterachse sehr breit sind, konnte ich die selben Umbaumassnahmen dort nicht machen, ich musste also die Vorderachse entschärfen.
Durch Fahrwerkseinstellungen alleine schaffte ich das nicht, so wurde kurzerhand die Aussenflanke des Vorderreifen mit Sekundenkleber verhärtet, schon passte die Balance, endlich konnte ich konstant fahren.

Nur der Antrieb war nach wie vor sehr gemächlich, weit weg vom scharfen Scalpel. Mit 4 Zellen und einem Standardmotor auch kaum zu erwarten, fahren wir doch im Xray mit dem selben Antrieb von 5 Zellen bis 2 Lipos mit bis zu 50% mehr Spannung.

Würde man mehr Kraft auf die Hinterachse schicken, so wären die relativ alten Baukastenhinterreifen auch überfordert.

Einziger Ausweg ist eigentlich, das längere 6-Zellenchassis zu kaufen, und neue Reifen in verschiedenen Mischungen, dann bin ich mir sicher, daß das Scalpel seinen Namen auch verdient.

Ich werde jedoch in diese Leihgabe nicht investieren, somit sind meine Versuche erstmal zu Ende, ganz lässt mich dieser optische Leckerbissen aber nicht los, vielleicht kaufe ich mir mal einen Eigenen...

Hier noch paar tolle Fahrbilder (Danke Andi!)


 
 
 
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